Das Bayerische Forschungsnetzwerk

Neue Strategien gegen multiresistente Krankheitserreger mittels digitaler Vernetzung

Multiresistente Krankheitserreger, also solche, gegen die viele der gemeinhin wirksamen Antibiotika nicht mehr greifen, zählen unbestreitbar zu einer der großen Herausforderungen der Menschheit. Weltweit stellt insbesondere die Unwirksamkeit neuentwickelter Ausnahmeantibiotika die Medizin vor enorme Probleme. Dieser akuten Gefahr hat sich der Freistaat Bayern mit der Gründung und Förderung von bayresq.net gestellt.   In dem interdisziplinären Grundlagenforschungsnetzwerk arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Entwicklung neuer und visionärer Strategien gegen multiresistente Krankheitserreger an verschiedenen Universitäten in Bayern eng zusammen.

Die auf der Basis eines besseren Verständnisses des Infektionsgeschehens erhobenen Daten, werden unmittelbar mit allen anderen Forschungsgruppen des Netzwerks auf der Grundlage  einer gemeinsamen Datenvernetzung, in Form eines offenen Datenmanagements geteilt.  Der Freistaat als Standort spielt dabei seine Vorteile durch exzellente Forschung, Digitalisierung und Förderung voll aus. Um die wegweisende Zukunftsforschung auf diesem Feld zu stärken, stellt der Freistaat für bayresq.net über 10 Millionen Euro zur Verfügung.

Standorte des Forschungsnetzwerkes

Das Bayerische Staatsministerium bestätigte unlängst die Förderung von sechs Forschungsgruppen im Rahmen des Bayerischen Forschungsnetzwerks „Neue Strategien gegen multiresistente Krankheitserreger mittels digitaler Vernetzung“, bayresq.net. Mit den Fördermitteln des Freistaats werden neben den Forschungsgruppen auch der Aufbau einer zentralen Datenplattform und eines gemeinsamen Datenmanagements ermöglicht. „Dieses Forschungsnetzwerk zeigt, wie wir die Vorteile der Digitalisierung für den Fortschritt in der Medizin nutzen können. Unseren hervorragenden Ruf als Forschungsstandort können wir so noch weiter ausbauen“, so Staatsminister Bernd Sibler. Das Vorhaben ist Teil der Strategie BAYERN DIGITAL des Freistaats.
Vollständige Pressemeldung

Geförderte Projekte

DynamicKit

Künstliche Intelligenz gegen multiresistente Tuberkulose

Helicopredict

Genombasierte Resistenzvorhersage bei Helicobacter pylori

Metabodefense

Kann uns der Stoffwechsel gegen Erreger schützen?

IRIS

Kontrollinstanzen des Immunsystems gegen multiresistente Keime

Rbiotics

Neue RNA basierte Antibiotika

StressRegNet

Auswirkung von Stress auf die Pathogenität von Bakterien

Grundlegend neue Ansätze

Wir brauchen interdisziplinär angelegte Grundlagenforschung, um der weltweiten Bedrohung durch multiresistente Krankheitserreger wirksam begegnen zu können. Das neue Forschungsnetzwerk‚ bayresq.net‘ wird dazu beitragen, eine wesentliche Lücke in der Erforschung und langfristigen Bekämpfung dieser Krankheitserreger zu schließen. Unsere Hochschulen im Freistaat haben hierzu wesentliche Kompetenzen. Wir setzen auf ihre Expertise, um auf diesem Gebiet neue Erkenntnisse zu gewinnen, den wichtigen interdisziplinären Austausch weiter voranzutreiben und damit neue Wege zu finden, um unsere Gesundheit zu schützen.

Bernd Sibler
Staatsminister

Zielsetzung des Programms

Laut WHO stellen antimikrobielle Resistenzen langfristig die größte Bedrohung für die Gesundheit und das Leben der Menschen dar. Weltweit werden dazu vielfältige Forschungsansätze verfolgt.

Ziel des bayernweiten Forschungsnetzwerks „Neue Strategien gegen multiresistente Krankheitserreger mittels digitaler Vernetzung“ ist es, neuartige Ansätze in der Grundlagenforschung aufzugreifen, die die Resistenzentwicklungen bei Infektions­erregern adressieren und der Resistenzausbreitung entgegenwirken.

Interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten sich zur Förderung einer Forschungsgruppe im Rahmen des Programmes bewerben. Die Gruppen setzen sich aus zwei bis maximal drei akademischen Partnern bzw. einer zentralen akademischen Corefacility (in den Bereichen Sequenzierung, Proteomics und Metabolomics) zusammensetzen. Über einen Zeitraum von fünf Jahren werden seit Januar 2020, sechs  Forschungsgruppen als Mitglieder des Netzwerks gefördert .

Das zentrale Anliegen des Programms besteht darin, ein besseres Verständnis der Vorgänge während einer Besiedelung/Infektion und der Wechselwirkungen zwischen Pathogen und Wirt zu gewinnen. Hierfür soll über den gezielten Einsatz moderner Datenvernetzung und -nutzung zwischen den bayresq.net Projekten eine gemeinsame Strategie implementiert werden, die es allen Beteiligten erlaubt, neu erhobene Daten unmittelbar zu nutzen.

Der Aufbau und die Optimierung der projektübergreifenden Datenplattform sowie deren nutzerfreundliche Betreuung werden von der Geschäftsstelle organisiert und zusammen mit den akademischen Teams, die ihre Daten dort einspeisen, betrieben. Die Mitglieder des Netzwerks sowie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können so ihre Daten über die Datenplattform auswerten, verwalten und teilen.

Durch Zusammenarbeit mehr erreichen

Durch die im Rahmen des Forschungsnetzwerks geförderten Vorhaben wird Bayern sowohl im Bereich der Lebenswissenschaften als auch des Datenmanagements gestärkt. Zugleich kann damit die Grundlage für neue Therapien in der Zukunft geschaffen werden. Die Bayerische Staatsregierung konnte in den letzten Jahren die Rahmenbedingungen für die Forschungslandschaft in Bayern kontinuierlich verbessern und so optimale Grundlagen für innovative neue Wissenschaftsfelder generieren. Gerade im Bereich der Molekularbiologie ist es gelungen, rasch auf internationale Trends zu reagieren und spezifische Schwerpunktthemen aus der Wissenschaft aufzugreifen und voranzubringen.

Ein anschauliches Beispiel hierfür liefern die bereits geförderten Forschungsprogramme „Bayerisches Genomforschungsnetzwerk“, „Bayerisches Immuntherapienetzwerk“ und „Bayerisches Forschungsnetzwerk für Molekulare Biosysteme“. Die Ergebnisse dieser Förderprogramme haben gezeigt, dass die Vernetzung von Forschungs­projekten über alle Hochschulen im Freistaat hinweg stets mit einem deutlichen Mehrwert für die Entwicklung in Wissenschaft und Wirtschaft verbunden war. Die hervorragende Forschungslandschaft und das Herausgreifen aktueller Themen sind die beiden wesentlichen Grundpfeiler, die in ihrer Innen- wie Außenwirkung dazu beige­tragen haben, Biotechnologie und molekulare Medizin in Bayern auszubauen und international sichtbar zu machen.

Das Forschungsnetzwerk bayresq.net bietet die Chance, über die Belebung der Grundlagenwissenschaften in den Forschungsbereichen der Immunologie, des Mikrobioms sowie der Infektionsforschung wichtige Voraussetzungen für die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen auch über die Grenzen Bayerns hinaus zu legen.