Aktuelles

Pressemitteilung Nr.013 vom 20.01.2020

Kampf gegen multiresistente Keime: Freistaat investiert für medizinischen Fortschritt über 10 Millionen Euro in Grundlagenforschung

Wissenschaftsminister Bernd Sibler:

„Neues bayernweites Forschungsnetzwerk ‚bayresq.net‘ schließt Lücke in der Bekämpfung von Krankheitserregern – Universitäten in Erlangen-Nürnberg, München, Regensburg und Würzburg beteiligt

MÜNCHEN. Grundlegend neue Ansätze gegen multiresistente Keime zu entwickeln, ist das Ziel des neuen Bayerischen Forschungsnetzwerks „Neue Strategien gegen multiresistente Krankheitserreger mittels digitaler Vernetzung – bayresq.net“. Der Freistaat stellt dafür über 10 Millionen Euro zur Verfügung. Das gab Wissenschaftsminister Bernd Sibler heute in München bekannt. Sechs interdisziplinäre Forschungsgruppen erhalten vom Freistaat ab 2020 für fünf Jahre jeweils jährlich bis zu 275.000 Euro für ihre wegweisende Zukunftsforschung auf dem gesundheitspolitisch hoch relevanten Feld multiresistenter Krankheitserreger.

Die sechs Zukunftsprojekte werden – zum Teil auch gemeinsam – an der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg, der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), der Technischen Universität München (TUM), der Universität Regensburg und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) durchgeführt. Sie nutzen das Potential digitaler Methoden zum Beispiel, um neue Formen von Antibiotika selektiv gegen bestimmte Erreger zu richten und so andere Bakterienarten, insbesondere die schützenden Darmbakterien, zu schonen. Mit Hilfe von Hochdurchsatzverfahren und maschinellem Lernen soll diese Anpassung automatisiert werden. Die Nutzung von Big Data wiederum macht auch neue Ansätze möglich, wie etwa Vorhersagen über die Antibiotikaresistenz und Virulenz von Bakterien anhand einer Analyse des Genoms. So kann eine zielgerichtete Therapie ermöglicht werden.

„Neue Wege, um unsere Gesundheit zu schützen“

„Wir brauchen interdisziplinär angelegte Grundlagenforschung, um der weltweiten Bedrohung durch multiresistente Krankheitserreger wirksam begegnen zu können. Das neue Forschungsnetzwerk ‚bayresq.net‘ wird dazu beitragen, eine wesentliche Lücke in der Erforschung und langfristigen Bekämpfung dieser Krankheitserreger zu schließen. Unsere Hochschulen im Freistaat haben hierzu wesentliche Kompetenzen. Wir setzen auf ihre Expertise, um auf diesem Gebiet neue Erkenntnisse zu gewinnen, den wichtigen interdisziplinären Austausch weiter voranzutreiben und damit neue Wege zu finden, um unsere Gesundheit zu schützen“, so der Minister. Eingebunden sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen, allen voran aus der Biologie, Bioinformatik, Chemie, Biophysik, Medizin und Mathematik.

Mit den Fördermitteln des Freistaats werden neben den Forschungsgruppen auch der Aufbau einer zentralen Datenplattform und eines gemeinsamen Datenmanagements ermöglicht. „Dieses Forschungsnetzwerk zeigt, wie wir die Vorteile der Digitalisierung für den Fortschritt in der Medizin nutzen können. Unseren hervorragenden Ruf als Forschungsstandort können wir so noch weiter ausbauen“, betonte Sibler. Das Vorhaben ist Teil der Strategie BAYERN DIGITAL des Freistaats.

Im Rahmen des Bayerischen Forschungsnetzwerks „Neue Strategien gegen multiresistente Krankheitserreger mittels digitaler Vernetzung – bayresq.net“ werden diese interdisziplinären Projekte gefördert (Beteiligte Universität(en): Titel des Forschungsprojekts):

  • Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und Technische Universität München (TUM): Künstliche-Intelligenz-assistierte Translation eines neuen Bioassays zur Entschlüsselung der dynamischen Wirkungsweise von Tuberkulose-aktiven Antibiotika zur Entwicklung neuer Kombinationstherapien für multiresistente und dormante Tuberkulose
  • LMU und TUM: Helicopredict – Genotype to Phenotype: Development of a platform for genome-based resistance and virulence prediction in Helicobacter pylori
  • Universität Regensburg: Der Wirtsstoffwechsel als antimikrobieller Effektor (Metabodefense)
  • Universität Regensburg und Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU): Identification of commensal bacteria-associated immune checkpoints as novel targets for immunotherapy against multidrug-resistant Staphylococcus epidermidis strains
  • Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg: A Digital Approach to Novel RNA Antibiotics for Health and Disease
  • JMU und LMU: Identifying stressor-regulator pairs involved in bacterial stress response, virulence, and antibiotic sensitivity using high-throughput approaches and machine learning

 

Meldung des NDR am 12.09.2019

Weiter Informationen finden Sie über https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr/antibiotika-pharmakonzerne-101.html

Lesen Sie dazu auch den Bericht unter:

https://www.bionity.com/de/news/1162768/pharmakonzerne-steigen-aus-entwicklung-von-antibiotika-aus.html

Download
erschienen bionity.com 1162768
Pharmakonzerne steigen aus der Entwicklu
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Geschäftsführerin Dr. Ulrike Kaltenhauser wurde mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet

In Anerkennung für ihr Engagement für die Wissenschaft in Bayern, erhielt Frau Dr. Ulrike Kaltenhauser am Montag, den 22.07.2019, den Bayerischen Verdienstorden. Zusammen mit 57 weiteren  Personen wurde Frau Dr. Kaltenhauser durch den Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder im Rahmen des Festakts im Antiquariat der Münchner Residenz mit dieser Ehrung ausgezeichnet.


Forum Science & Health:                                                  Workshop "Infektionen und Resistenzen"

Am 3. Juli 2019 im Kloster Fürstenfeld

Auf dem Bild sehen Sie in der Runde von links nach rechts:

Prof. Dr. Lothar Wieler, Prof. Rolf Apweiler, Prof. Peter Hammann, Prof. Horst Domdey, Prof. Clarissa Prazeres da Costa, Dr. Patrick Rämer, Dr. Hannelore Meyer,  Dr. Ulrike Kaltenhauser (Moderation)

Am 3. Juli 2019 organisiert die Geschäftsstelle von bayresq.net den Workshop "Infektionen und Resistenzen" im Rahmen des Forum Science & Health in Kloster Fürstenfeld. Nach den spannenden Einblicken, von Frau Dr. Hannelore Meyer zu den Herausforderungen, die sich durch die immer schnellere Entwicklung von multiresistenten Krankheitserregern für unsere Gesellschaft ergeben, folgte eine rege und engagierte Diskussion, welche Auswirkungen sowohl in Bezug auf die Gesundheit der Menschen aber auch für die Volkswirtschaft dadurch zu erwarten sind und welche Maßnahmen nun in der Prävention, Diagnostik und Therapie von Infektionskrankheiten unmittelbar umzusetzen sind. 

Im Fokus der Experten stand die Frage welche neuen Wege beschritten werden müssen, um tragfähige Lösungen für zukünftige Generationen zu finden. Ein zentraler Punkt der in diesem Zusammenhang immer wieder thematisiert wurde, ist die Notwendigkeit, dass Wissenschaftler zukünftig Ihre Daten unmittelbar für Medizin und Forschung bereitstellen und damit nicht warten bis diese publiziert sind. Prof. Dr. Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Institut erklärte dem Publikum: "Die gesammelten Daten sind kostbarer als Gold, wir müssen diesen Schatz der Erkenntnis schnell heben und davon profitieren, um den Menschen zu helfen."

 

          Impulsvortrag:

 

            DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK

Antibiotikaresistenz: Herausforderungen, Lösungen, Herausforderungen

                    Dr. Hannelore Meyer, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene, TUM

       

 Podiumsdiskussion: 

 

Prof. Dr. Lothar Wieler                  Präsident des Robert Koch-Instituts Berlin 

     Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats bayresq.net

Prof. Dr. Rolf Apweiler                  Direktor EMBL-EBI Cambridge 

                                                         Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats bayresq.net

 

Prof. Dr. Peter Hammann             Senior Vice President, Infectious Diseases, Evotec Germany

     Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats bayresq.net

Prof. Dr. Clarissa Prazeres           Fachärztin für Medizinische Mikrobiologie und Infektions-

da Costa                                      epidemiologie, Infektiologin und Co-Direktorin des Center

                                                         for Global Health, TUM

 

Dr. Patrick Rämer                         Facharzt für Infektiologie, Virologie und Hygiene Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene, TUM, 

 

Dr. Hannelore Meyer                    Gruppenleiterin Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene, TUM 

 

            Prof. Dr. Horst Domdey                 Wissenschaftlicher Leiter bayresq.net

 

           Durch die Session leitet Dr. Ulrike Kaltenhauser, Geschäftsführerin bayresq.net

 

 


Ausschreibung 2019

Die Ausschreibung für bayresq.net ist nun offen. Bewerbungen können bis zum 28.06.2019 eingereicht werden. Mehr zu den Bewerbungskriterien und Förderrichtlinien lesen Sie hier.